Museum Europa / Der Apple-Schock
 
 
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Freitag, 04.01.19
 
 
 
 
VON SVEN AFHÜPPE
 
Guten Morgen
liebe Leserinnen und Leser,
 
 
 
 
 
 
+  Die chinesische Herausforderung  +  Museum Europa  +  Der Apple-Schock
 
 
 
 
 
 
China ist mit der Landung auf der Rückseite des Mondes eine Raumfahrt-Sensation gelungen. Mit Chang’e 4 ist erstmals eine Raumsonde auf der von der Erde abgewandten Seite angekommen, um diesen Teil der Mondoberfläche zu erforschen. Bei der nächsten Mission will China bereits Ende des Jahres die ersten Bodenproben vom Mond einsammeln und zur Erde bringen. Das amerikanische Prinzip „Think Big“ hat die Volksrepublik in der Raumfahrt bereits perfektioniert.
 
 
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Die Mondlandung ist keine technologische Eintagsfliege, sondern Teil eines großen Plans. China hat den Anspruch, zur technologischen Weltmacht aufzusteigen. Die globale Expansion des chinesischen Online-Giganten Alibaba unterstreicht die Ambitionen der Volksrepublik ebenso wie die Nachricht, dass Huawei Apple im vergangenen Jahr als zweitgrößten Handyproduzenten überholt hat. Immer öfter beweist China, dass Staatskapitalismus nicht zwangsläufig das schlechtere Wirtschaftssystem sein muss.
 
 
 
 
Und Europa? Der Kontinent wirkt verzagt und ambitionslos. Mich sorgt der drohende Abstieg Europas. Meine Gedanken dazu habe ich in einen Leitartikel gepackt. Ein Auszug: „Die Nachrichten aus China sind für Europa ein Weckruf. Der Kontinent läuft Gefahr, technologisch den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren. Doch den vielen politischen Ankündigungen ist bisher kaum etwas gefolgt. Europa muss endlich aufwachen, ansonsten endet der Kontinent so, wie man ihn in China längst sieht: als technologisches Museum.“
 
 
 
Etwas Hoffnung gibt es: An Bord von Chang’e 4 befindet sich auch deutsche Technik. Ein Team der Christian-Albrechts-Universität in Kiel hat ein Gerät entwickelt, das die für Astronauten gefährliche Strahlung im Weltraum messen soll, die Krebs auslösen kann. Die Forschungsergebnisse sollen helfen, Astronauten bei künftigen Mondmissionen besser zu schützen. Zudem kann das Messgerät Wasser auf dem Mond aufspüren. Beim Auswahlverfahren haben sich die deutschen Forscher gegen internationale Konkurrenz durchgesetzt. Die Botschaft ist klar: Deutschland, das Land der Dichter und Denker, muss noch viel stärker zum Land der Erfinder werden.
 
 
 
 
In Sachen E-Mobilität will Deutschland irgendwie nicht so recht der Durchbruch gelingen. Das belegen Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, die dem Handelsblatt vorliegen. So wurden 2018 zwar mit 44.601 so viele Anträge wie nie zuvor in einem Jahr auf den staatlichen Umweltbonus gestellt. Doch das Ziel der Bundesregierung, im nächsten Jahr eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, ist kaum noch zu erreichen. Deutschland verweigert sich einer Zukunftstechnologie.
 
 
 
 
Wie abhängig die Welt mittlerweile von China ist, war gestern zu erleben. Nach der Mitteilung von Apple, wegen eines schwachen China-Geschäfts mit iPhones die Umsatzziele für die vergangenen drei Monate nicht erreichen zu können, rauschte nicht nur die Aktie des US-Konzerns in den Keller. Aus Angst vor einem langsameren Wachstum in China gaben die Aktien in den USA wie Deutschland auf breiter Front nach. Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie, wusste schon Ludwig Erhard. Offenbar haben gerade die Pessimisten das Kommando an den Börsen übernommen. Keine leichte Zeit für Anleger.
 
 
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Das neue Jahr ist geprägt von wirtschaftlichen und politischen Risiken. Die Stichworte sind Handelskrieg, Brexit, Europawahl. 2019 verspricht aber auch ein Jahr von Innovationen und neuen Produkten zu werden. So sollen in der zweiten Jahreshälfte Tests mit dem Luft-Taxi Volocopter beginnen. Worauf es 2019 noch ankommt, lesen Sie in der Titelgeschichte „Macher, Visionen, Risiken“. Es gilt die Weisheit: Zukunft ist das, was wir daraus machen.
 
 
 
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und einen guten Start ins neue Jahr.
 
 
 
Herzliche Grüße
 
 
 
 
Sven Afhüppe
Chefredakteur Handelsblatt
 
 
 
 
 
 
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Autor des Morning Briefing-Editorials: Sven Afhüppe
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