Laschet warnt vor „De-Industrialisierung“ / „Si“ Newhouse gestorben
 
 
 
  Portrait von Hans-Jürgen Jakobs  
 
 
   
 
 
 
   
 
Montag, 02.10.2017
 
Guten Morgen Herr Irion,
 
Rajoy  
 
Sturheit
war noch nie Staatskunst, wie der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy feststellen muss. Er ließ den Konflikt mit den Unabhängigkeitskämpfern in Katalonien so weit eskalieren, dass sein Land plötzlich in aller Welt wie ein Polizeistaat wirkt. Der Versuch der Katalanen, über die Zukunft ihrer Heimat abzustimmen, führte am Sonntag zur Machtdemonstration der angereisten Polizei und mehr als 840 Verletzten. Es regierte der Knüppel und der große Selbstbetrug. „Es hat kein Referendum gegeben“, befand am Ende trotzig Rajoy, ein Caudillo mitten in Europa. Die Bretter, die er vor seinem Kopf trägt, bedeuten auch eine Welt.

Barcelona  
 
Der Konflikt um die stolzen Katalanen dürfte sich weiter aufheizen und somit die Europäische Union herausfordern. Vielleicht sollten beide aufgehetzten Seiten für einen Moment innehalten und einfach betrachten, wie Spaniens lange Zeit störrisches Baskenland gut mit einer Teil-Autonomie leben kann. Wenn in Barcelona aber weiter der Knüppel schwingende Rajoyismus dominiert, könnte ein Terrorismus ähnlich dem entstehen, mit dem einst die baskische ETA den spanischen Staat geschockt hatte. JETZT LESEN

Trump und Tillerson  
 
Dass er ebenfalls zu den weltpolitischen Scharfmachern gehört, hat Donald Trump wiederholt unter Beweis gestellt. Der US-Präsident düpierte nun öffentlich seinen eigenen Außenminister Rex Tillerson, der im Konflikt mit Nordkorea diplomatische Kanäle nutzen will und Funktionäre rund um Machthaber Kim Jong Un kontaktierte. Das raube nur Energie, twitterte Trump: „Ich habe unserem wunderbaren Außenminister gesagt, dass er seine Zeit verschwendet, wenn er versucht, mit Little Rocket Man zu verhandeln.“ Auch ein öffentlicher Tweet kann eine interne Dienstanweisung sein.

May  
 
In Manchester kämpft die britische Premierministerin Theresa May bis Mittwoch auf einem Parteitag der Tories um ihr politisches Überleben. Was da im Gewand ihres Parteikollegen und Außenministers Boris Johnson blitzt, ist ein Dolch. Auch der rechte Scharfmacher Jacob Rees-Mogg denkt an Rebellion. Und dann sind da noch die vermutlich 50.000 May-Gegner, die draußen vor der Versammlungshalle gegen ihre Sparpolitik und überhaupt den EU-Austritt protestieren werden. Wird sie am Ende scheitern? May be.

Laschet  
 
Das politische Leben Deutschlands konzentriert sich in diesen Tagen ganz auf Vermessungsarbeiten für die aufgerufene Schwarz-Gelb-Grün-Bundesregierung. Vor allem Union und Grüne arbeiten sich verbal aneinander ab und scheinen vergessen zu haben, dass sie zum Beispiel in Hessen in aller Stille recht effektiv regieren. Mit dem Koalitionsvertrag müsse ein Jamaika-Bündnis klar bekennen, dass es nicht zu einer „De-Industrialisierung“ komme, trompetet der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet im Handelsblatt-Interview. Er sieht sich als Schutzpatron der Industrie - und ist doch eher Anwalt der Vergangenheit in Gestalt von Braunkohle und Verbrennungsmotor. JETZT LESEN

Rheintal  
 
Im Wust taktischer Jamaika-Meldungen geht fast die positive Nachricht des Tages unter: Die Rheintalbahn ist wieder geöffnet, fünf Tage früher als geplant. Damit können Güterzüge wieder schnell Waren auf der Nord-Süd-Strecke transportieren. Am 12. August waren beim Bau eines Tunnels in der Nähe des badischen Rastatt Gleise abgesackt. Nun denken Spediteure, Bahnbetreiber und Industriefirmen über Schadenersatzklagen gegen die Deutsche Bahn nach.

Newhouse  
 
Er war der Herr der schönen Zeitschriften, ein Magier des Hochglanzes, bei dem Luxusanzeigen, Model-Strecken und Qualitätsjournalismus eine bunte Mischung eingingen. Das brachte bei „Vogue“ Geld sowie beim „New Yorker“ und bei „Vanity Fair“ Renommee ein. Dem schüchternen Verlagserben S.I. Newhouse Jr. aber war jegliche Lust an der Außendarstellung fremd, und so ließ er unkommentiert, was man über sein Haus Condé Nast oder über das Zeitungsimperium von Bruder Donald sagte. Bevor der Mann aus New York in den 1990er Jahren seinen Buchverlag Random House an Bertelsmann verkaufte, hatte er übrigens Donald Trump als Autor („The Art of the Deal“) entdeckt. Am Sonntag ist „Si“ Newhouse im Alter von 89 Jahren verstorben.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche. Es grüßt Sie herzlich


Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor
   
 
 
 
 
 
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Autor des Morning Briefing-Editorials: Hans-Jürgen Jakobs
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