EZB verschärft Zinsnotstand / Bonus-Streit bei der Commerzbank
 
 
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Mittwoch, 24.04.19
 
 
 
 
VON SVEN AFHÜPPE
 
Guten Morgen
liebe Leserinnen und Leser,
 
 
 
 
 
 
+  Machtkampf bei VW  +  EZB verschärft Zinsnotstand  +  Bonus-Streit bei der Commerzbank
 
 
 
 
 
 
Die Europäische Zentralbank blickt mit Sorge auf die konjunkturelle Entwicklung in Europa. Die EZB hat deshalb neue Langfristkredite für die Banken beschlossen – in der Hoffnung, dass die Geldhäuser ihre Kreditvergabe verstärken und so die Konjunktur ankurbeln. Es ist die nächste Milliardenwette der Europäischen Notenbank mit ungewissem Ausgang.
 
 
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Doch damit nicht genug: Die Leitzinsen will die EZB mindestens bis zum Jahresende bei Null Prozent belassen. Die angekündigte Rückkehr zu einer normalen Geldpolitik fällt aus. Notenbank-Präsident Mario Draghi begründete die Entscheidung mit einem denkwürdigen Satz: „In einem dunklen Raum bewegt man sich mit kleinen Schritten.“ Die Kehrseite dieser verzagten Politik spüren viele Bürger: Ihre Ersparnisse schrumpfen in großen Schritten.
 
 
 
 
Um Geld, beziehungsweise fehlendes Geld, geht es auch bei der Commerzbank. Weil der Vorstand die Bonuszahlungen deutlich gekürzt hat, lassen etliche Mitarbeiter ihrem Frust im Intranet der Bank freien Lauf. Dabei hat das Management nur rational entschieden. 2018 hat die Commerzbank ihre Kapitalkosten nicht verdient und mehrere mittelfristige Ziele kassiert. Vielleicht sollte man den Protestlern noch einmal ins Gedächtnis rufen, was die Grundlage für einen Bonus ist: messbare und nicht nur gefühlte Leistung.
 
 
 
Die Große Koalition führt bei den Verhandlungen um den nächsten Bundeshaushalt einen intensiven Verteilungskampf. Einige Unions-Minister haben den Verdacht, dass Finanzminister Olaf Scholz seine SPD-Kollegen bei der Zusage von Extra-Milliarden bevorzugt. Jetzt droht die Union gar mit einer Blockade der Gespräche. Nicht einmal das Geld schweißt diese Große Koalition noch zusammen.
 
 
 
 
Als Antwort auf Spionagevorwürfe zieht der chinesische Technologiekonzern Huawei gegen die US-Regierung vor Gericht. Die Klage richtet sich gegen ein Gesetz, das Behörden in den USA den Kauf und Einsatz von Huawei-Technik untersagt. „Wir sind gezwungen, diese rechtlichen Maßnahmen als angemessenes und letztes Mittel zu ergreifen“, sagte der amtierende Vorsitzende Guo Ping. Ein mutiger Frontalangriff auf US-Präsident Donald Trump.
 
 
 
Die Erfolgsaussichten der Klage schätzen Experten nicht sonderlich hoch ein. Doch der Fall zeigt, dass es beim Streit zwischen den USA und China nicht nur um Zollsätze geht. Es geht im Kern um die Frage, wer seine Interessen auf der Weltbühne am besten durchsetzt. Der Kalte Krieg 2.0 hat begonnen. Der Unterschied zu früher ist nur, dass keine Schüsse fallen.
 
 
 
 
Nach außen glänzt Volkswagen mit eindrucksvollen Zahlen bei Umsatz und Gewinn. Doch hinter den Kulissen tobt ein intensiver Schlagabtausch um die Zukunft des traditionsreichen Autokonzerns. Im Zentrum des Gefechts stehen VW-Chef Herbert Diess und Betriebsratschef Bernd Osterloh und die alles entscheidende Frage: Gelingt Volkswagen schnell genug die Transformation zu einem modernen Autokonzern? Unsere Titelgeschichte beschreibt einen Machtkampf, wie es ihn im VW-Konzern noch nicht gegeben hat. Der Ausgang ist ungewiss.
 
 
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Und dann ist da noch Meg Whitman. Die ehemalige HP-Chefin will zusammen mit der Hollywood-Größe Jeffrey Katzenberg die Welt des Video-Streamings revolutionieren. Die erfolgreiche US-Managerin steckt auch mit 62 Jahren noch voller Ideen, wie sie meiner Kollegin Britta Weddeling in Los Angeles erzählte. Whitmans Motivation: „Ich arbeite einfach sehr gern.“
 
 
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein ideenreiches Wochenende.
Herzliche Grüße Ihr
 
 
 
 
Sven Afhüppe
Chefredakteur Handelsblatt
 
 
 
 
 
 
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Titelthema:
Der Machtkampf
 
 
 
 
 
 
 
 
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