Flüchtlingsinitiative mit magerem Resultat / Bildung zählt
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szmtag
Donnerstag, 15.09.2016
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
Angela Merkel lehnt ein Burka-Verbot ab. „Freiheitsrechte schützen auch die Freiheit, anders zu sein“, sagte sie gestern bei einer Parlamentarierkonferenz zur Religionsfreiheit. „Gelebte Vielfalt ist die logische Konsequenz von Freiheit.“ Den Freiheit begrenzenden Charakter der Vollverschleierung – Alice Schwarzer spricht vom „menschenverachtenden Kleidungsstück“ – mag Merkel nicht sehen. Der von „Zeit“-Feuilletonchefin Iris Radisch aufgeworfenen Frage, ob Toleranz nicht intolerant werden muss, wo ihr eigenes Lebensrecht infrage steht, weicht Merkel aus. Ausgerechnet die sonst so kluge Frau an der Spitze wirkt in dieser Frage naiv. Man kann auch im Namen der Freiheit kapitulieren.

Dommermuth
„Wir zusammen“
heißt die vom Unternehmer Ralph Dommermuth gestartete Flüchtlingsinitiative der deutschen Wirtschaft. Sie hat bisher viel Tamtam veranstaltet – von Experten wurde sie als Haltungsmarketing bezeichnet – aber in der Sache wenig bewegt. Angesichts von mehr als einer Million Neuankömmlingen und 346.000 bei der Bundesarbeitsagentur gemeldeten Flüchtlingen fallen die 480 durch die Initiative vermittelten Festanstellungen nicht weiter ins Gewicht. Sie sind der Tropfen, der verpufft, bevor er den Stein berührt. Offenbar war der Mund des Internet-Unternehmers Dommermuth diesmal schneller als seine Hände.

Baumann
Champagner für Bayer-Chef Baumann und sein Verhandlungsteam: Vier Monate hat man mit Monsanto-CEO Grant gerungen und am Ende gesiegt. Für 66 Milliarden Dollar soll der US-Saatguthersteller in die Hände der Leverkusener fallen. Es wäre die größte Übernahme der deutschen Unternehmensgeschichte. Im Doppelinterview mit unserer Zeitung erklären die zwei Protagonisten die industrielle Logik ihres Deals. JETZT LESEN

Doch ob die Übernahme tatsächlich vollzogen wird, entscheiden die Kartellbehörden. Die sind misstrauisch, weil der Markt der Agrochemie nur noch von wenigen Spielern dominiert wird. Zwei Milliarden Dollar Entschädigung musste Baumann dem Monsanto-Team bereits zusagen – für den Fall, dass die Kartellbehörden die Transaktion zu Fall bringen. Vielleicht sollte man den Champagner deshalb sicherheitshalber noch im Kühlschrank lassen.

Ein bisschen Frieden in Syrien: Trotz einiger Verstöße hielt die 48-stündige Feuerpause in Syrien. Es wurden zumindest keine Toten gemeldet. Jetzt sprachen sich Russland und die USA für eine Verlängerung aus. Für alle, die dagegen waren, sollte in der Hölle ein Sonderplatz reserviert werden – möglichst dicht am Feuer.

Oettinger
„Oettinger gefährdet das Internet“, schlagzeilte gestern Abend „Spiegel-Online“. Eine junge Kollegin des Nachrichtenmagazins nahm Anstoß an der Initiative des EU-Kommissars, die das geistige Urheberrecht von Journalisten schützen und Google zur Kasse bitten will. Selten hat ein EU-Mächtiger sich stärker für die Dichter und Denker des Kontinents eingesetzt. Doch die Spiegel-Frau warb leidenschaftlich für die Umsonst-Kultur des Netzes: „Der freie Link ist das Rückgrat des Internets.“ Mit dieser Haltung kann ein Journalist alles bestreiten – nur nicht den eigenen Lebensunterhalt.

Schmettow
Die Chefin von HSBC Deutschland, Carola Gräfin von Schmettow, kurz „die Gräfin“ genannt, nutzt ein Geldanlage-Interview unserer Zeitung, um für das humanistische Bildungsideal zu werben. Frage: „Was war Ihre erfolgreichste Investition?“ Antwort: „Definitiv das Geld, das ich in mein Doppelstudium in Gesang und Mathematik gesteckt habe. Meine Bildungsrendite schlägt meine erfolgreichsten Optionsscheine.“ Pflichtlektüre für alle Jugendlichen, die den Bildungsdrang ihrer Eltern für uncool halten. Sie seien vorgewarnt: Am Ende ist nichts so uncool wie ein Leben am Ende der Nahrungskette.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen aufgeklärten Start in den neuen Tag. Herzlich grüßt Sie Ihr


Gabor Steingart
Herausgeber
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Nervosität prägte am Donnerstag die Wall Street. Die US-Anleger rechnen mit einer Zinserhöhung und hoffen gleichzeitig, dass sie nicht kommt. Für Gesprächsstoff sorgten die Übernahmepläne von Bayer.
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UNTERNEHMER STELLEN SICH VOR
LMT GROUP: GLOBAL AKTIV, LOKAL VERANKERT
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Name: LMT Group GmbH & Co. KG
Branche: Spezialmaschinen- & Präzisionswerkzeugbau
Weltweite Spitzenleistung im Spezialmaschinen- und Werkzeugbau hat einen Namen: LMT Group. Das familiengeführte Unternehmen mit Sitz in Oberkochen ist an über 20 Standorten auf der Welt vertreten. Unter dem Dach der Unternehmensgruppe verbergen sich vor allem der Weltmarktführer für Tablettenpressen, Fette Compacting, und der Präzisionswerkzeugfertiger LMT Tools.
Im vergangenen Jahr erzielte die gesamte LMT Group einen Umsatz von 380 Millionen Euro. Ohne die 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre dieser Erfolg nicht möglich. An eigenen Akademien in Europa und Asien erhalten sie regelmäßig Trainings und Seminare, die die Qualität an allen Service-, Vertriebs- und Produktionsstandorten sichern – getreu der Unternehmensphilosophie: Wer global führend sein will, muss lokal investieren.
Kontakt: lmt.de@lmt-tools.com
Website: http://www.lmt-group.de
Total digital
IPHONE 7 OHNE KOPFHÖRERBUCHSE
Zu früher Verzicht
Von Christof Kerkmann, Redakteur des Handelsblatts

Es ist eine umstrittene Entscheidung, mit der Apple von sich reden macht: Der Konzern verzichtet beim neuen iPhone 7 auf die klassische Kopfhörerbuchse. Wer Audiozubehör anschließen will, muss dieses entweder am Lightning-Anschluss einstöpseln – über den das Smartphone auch geladen wird – oder per Bluetooth verbinden. Immerhin: Damit Käufer alte Headsets und Boxen weiter nutzen können, liegt der Verpackung ein Adapter bei. Wer ihn verbummelt, muss für rund zehn Euro Ersatz besorgen.

Ähnlich wie beim Verzicht auf Diskettenlaufwerke vor einigen Jahren argumentiert der Konzern, dass die Technologie veraltet sei. Digitale Musik sei hochwertiger, zudem lasse sich der geschaffene Platz im Gehäuse für einen größeren Akku nutzen. Vielen Nutzern dürfte der Schritt allerdings zu früh kommen, trotz des Adapters. Denn gleichzeitig Handy laden und Musik hören ist nun nicht mehr möglich. Und viele Bluetooth-Kopfhörer haben noch Schwächen – die Ausdauer ist überschaubar, die Verbindungsqualität oft wackelig. Insofern geht Apple einen richtigen Schritt, aber zu früh.
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Wirtschaft am Abend
KONZENTRATION AUF IMMER WENIGER SPRACHEN
Das große Sprachensterben
3SAT, DOKUMENTATION
DONNERSTAG, 15.09.2016, 20:15 - 21:00 UHR
6500 Sprachen gibt es weltweit - noch, denn Mobilität und Mehrsprachigkeit lassen immer mehr von ihnen aussterben und das betrifft momentan so viele Sprachen wie noch nie. Auch in Deutschland. Doch Forscher können belegen, dass der Verzicht auf den lokalen Dialekt oder gar die Muttersprache nicht unbedingt dazu führt, dass Kinder mit den „global wichtigen“ Sprachen besser zurecht kommen. Im Gegenteil.
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Schluss–Strich
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Autor des Morning Briefing-Editorials: Gabor Steingart
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